Landschaftspflegeverband Mittleres Erzgebirge e.V.

Meldungen, Hinweise, Veranstaltungen, Termine

Wachtelkönig

Wiesenpieper und Braunkehlchen, Bekassine und Wachtelkönig

Ihre Präsenz war noch vor wenigen Jahrzehnten ganz normal in unseren Kulturlandschaften. Was hat sich geändert, wenn wir heute feststellen müssen, dass die Wiesenbrüterbestände in den letzten Jahren europaweit dramatisch zurückgegangen sind - und weiter schwinden? Der Rückzug geht schleichend, aber konstant vor sich.

Sachsen macht keine Ausnahme. Auch hier wird der Trend in immer geringeren Brutpaarzahlen deutlich und viele ehemals von Wiesenbrütern besiedelte Gebiete sind inzwischen verwaist. Womit könnte das endgültige Aussterben der stark bedrohten Vogelarten in Sachsen tatsächlich verhindert werden? Was ist zu tun, um wenigstens den Negativtrend wirksam zu stoppen und um eine Stabilisierung der geschrumpften Wiesenbrüterpopulationen zu erreichen?

Bekanntermaßen bestehen engste Zusammenhänge mit der Bewirtschaftungsweise von Grünland und den Chancen auf Bruterfolg und Nahrung. Nutzungsparameter wie späte Schnittzeitpunkte, geringere Nutzungshäufigkeit oder zeitliche gestaffelte Mahdverfahren können mit Landnutzern durchaus erfolgreich verhandelt werden. Dabei hat sich die Naturschutzqualifizierung für Landnutzer als ein hilfreiches Instrument bewährt, ein Angebot freiwilliger Agrarumweltmaßnahmen setzt hier und da Anreize für eine wiesenbrütergerechte Bewirtschaftung.


Braunkehlchen

Eine andere, im öffentlichen Bewusstsein weniger bekannte Ursache für das Artensterben in unseren Kulturlandschaften ist jedoch die unsinnige und komplizierte Förderbürokratie der EU. Die überbordenden Kontroll- und Verwaltungsmechanismen des Förderrechts fordern eine vollständige Nutzung landwirtschaftlicher Nutzflächen bis auf den letzten Quadratmeter. Doch gerade ungenutzte Parzellen mit überwinternden Brachen sind z. B. für das Überleben des Braunkehlchens essentiell.

Dem EU - Förderrecht und der INVEKOS – Logik folgend riskieren Landnutzer für das eigenverantwortliche Belassen ungenutzter Schlagteile erhebliche Sanktionen, verbunden mit finanziellen Einbußen, zeitintensivem Ärger mit Behörden und einem steigenden Risiko, aufgrund der „Feststellungen“ und „Tatbestände“ erneut kontrolliert zu werden. All das riskiert natürlich kein Landwirt freiwillig.

Wesentlich für die Überlebensbedingungen der Wiesenbrüter im großflächigen räumlichen Zusammenhang sind eine Abkehr von der rigiden Sanktionspolitik der EU und die Möglichkeit für Landnutzer, Teilflächen von Wiesen und Äckern als ungenutzte Brachen zu belassen. Mit Spannung wird das Ergebnis des EPLR - Änderungsantrages des Freistaates Sachsen erwartet, welcher u.a. förderunschädliche Brachen innerhalb geförderter landwirtschaflticher Nutzflächen anstrebt. Hat der Antrag Erfolg, wären die rechtlichen Voraussetzungen für Wiesenbrüterbrachen zumindest auf dem Papier gegeben. Bis die berechtigte Skepsis der Landnutzer jedoch überwunden ist und diese Möglichkeiten tatsächlich praxiswirksam werden, wird noch einige Überzeugungsarbeit notwendig sein.


Bekassine gallinago gallinago

Praxisbeiträge für Wiesenbrüter konnten wir von 2015 - 2017 mit dem Einverständnis von 32 (!) Grundstückseigentümern und der finanziellen Unterstützung des Freistaates Sachsen mit der Brut- und Rastplatzerhaltung für die Bekassine durch Entbuschung von 15.000 m2 Weidengebüsch auf 5 Feuchtwiesen, der Verteilung von Ansitzwarten für Braunkehlchen auf 4 Schlägen und einer im Jahresabstand alternierenden Herbstmahd eines Wachtelkönigvorkommens leisten. Wir danken dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Zwickau, dem Kompetenznetz Wiesenbrütermanagement des LRA ERZ sowie ehrenamtlichen Ornithologen für die finanzielle und fachliche Unterstützung unserer Projekte.

Fotos: Jan Gläser

Schwalbenschwanz,papilio machaon

Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge

Als Projektpartner der Mitmachaktion „Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ informieren und beraten wir Flächeneigentümer und –bewirtschafter über einfache und kostensparende schmetterlingsgerechte Nutzungsformen von Grünflächen.

Fünf Wiesen trockener, frischer und feuchter Standorte und unterschiedlicher Größe im Raum Annaberg – Buchholz und Grumbach haben wir als Tagfalterflächen ausgewiesen. Seit 2015 koordinieren wir deren tagfaltergerechte Nutzung, z. B. durch Staffel- und Streifenmahd und gezielte mehrjährige Brachen.

Mit der Unterstützung versierter Entomologen haben wir Kindern, Familien und Senioren auf unseren Tagfalterwanderungen kleine Ausschnitte der Insektenvielfalt vorgestellt.

Die fortlaufenden Erhebungen auf diesen Flächen durch den Kreisnaturschutzbeauftragten Hr. Wolfgang Dietrich fördern eine erstaunliche Artenvielfalt ans Licht:
Von Mai 2016 – Juli 2017 wurden auf unseren fünf Flächen über 400 Fundmeldungen von Schmetterlingen, Käfern, Wanzen, Libellen, Gallmücken, Gallwespen, Fliegen, Zikaden und Heuschrecken registriert.

Neben regelmäßig anzutreffenden Arten wurden auch solche erfasst, die im Mittleren Erzgebirge nur lokal verbreitet sind und im intensiv genutzten Grünland keine Überlebenschancen haben.


Mauerbiene,Osmia rufa,weibchen

Dazu gehören u.a. die folgenden Arten: Baumweißling, Schwalbenschwanz, Vogelwickenbläuling, Lilagold-Feuerfalter, Rundaugen-Mohrenfalter, Weißbindiger Mohrenfalter, Wachtelweizen-Scheckenfalter, Madesüß-Perlmutterfalter, Sumpfwiesen- Perlmutterfalter, Großer Perlmutterfalter, Rostbraunes Wiesenvögelchen, Kleines Wiesenvögelchen, Rostgelber Magerrasen-Zwergspanner, Klapptopf-Kapselspanner, Riedgras-Motteneulchen, Hummelschwärmer, Kleines Fünffleck-Widderchen, Moschusbock, Distelbock, Heidekraut-Marienkäfer und Große Goldschrecke.

Auch abzüglich der bei wiederholten Arterfassungen aufgetretenen Mehrfachnennungen ist allein die Zahl unterschiedlicher Insektengruppen und Arten enorm hoch! Dabei ist es eine verhältnismäßig geringe Pflanzenartenanzahl, welche die Lebensgrundlage für die breit gefächerte Insektenwelt.

Interessanterweise erhalten wir die faszinierende Insektenvielfalt jedoch nicht, indem wir „mehr dafür tun“, sondern im Gegenteil: Ungenutzt überwinternde Bereiche privater und öffentlicher Grünflächen sowie lineares Begleitgrün entlang von Rad- und Wanderwegen könnten mit jährlich wechselnder Nutzung in jedem Ort das langfristige Überleben von Insekten wirksam unterstützen.

Wie weit wir im Denken und Handeln davon entfernt sind, zeigten die diesjährigen Pflegearbeiten entlang der Kreis- und Staatsstraßen im Erzgebirge. Entlang von –zig Straßenkilometern wurden in der 2. Septemberhälfte > 4m breite Streifen, die z. T. bis in landwirtchaftliche Nutzflächen hineinreichten, gemulcht.

Fotos: Jan Gläser

Schwalbenschwanz,papilio machaon

Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge

Als Projektpartner der Mitmachaktion „Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ informieren und beraten wir Flächeneigentümer und –bewirtschafter über einfache und kostensparende schmetterlingsgerechte Nutzungsformen von Grünflächen.

Fünf Wiesen trockener, frischer und feuchter Standorte und unterschiedlicher Größe im Raum Annaberg – Buchholz und Grumbach haben wir als Tagfalterflächen ausgewiesen. Seit 2015 koordinieren wir deren tagfaltergerechte Nutzung, z. B. durch Staffel- und Streifenmahd und gezielte mehrjährige Brachen.

Mit der Unterstützung versierter Entomologen haben wir Kindern, Familien und Senioren auf unseren Tagfalterwanderungen kleine Ausschnitte der Insektenvielfalt vorgestellt.

Die fortlaufenden Erhebungen auf diesen Flächen durch den Kreisnaturschutzbeauftragten Hr. Wolfgang Dietrich fördern eine erstaunliche Artenvielfalt ans Licht:
Von Mai 2016 – Juli 2017 wurden auf unseren fünf Flächen über 400 Fundmeldungen von Schmetterlingen, Käfern, Wanzen, Libellen, Gallmücken, Gallwespen, Fliegen, Zikaden und Heuschrecken registriert.

Neben regelmäßig anzutreffenden Arten wurden auch solche erfasst, die im Mittleren Erzgebirge nur lokal verbreitet sind und im intensiv genutzten Grünland keine Überlebenschancen haben.


Mauerbiene,Osmia rufa,weibchen

Dazu gehören u.a. die folgenden Arten: Baumweißling, Schwalbenschwanz, Vogelwickenbläuling, Lilagold-Feuerfalter, Rundaugen-Mohrenfalter, Weißbindiger Mohrenfalter, Wachtelweizen-Scheckenfalter, Madesüß-Perlmutterfalter, Sumpfwiesen- Perlmutterfalter, Großer Perlmutterfalter, Rostbraunes Wiesenvögelchen, Kleines Wiesenvögelchen, Rostgelber Magerrasen-Zwergspanner, Klapptopf-Kapselspanner, Riedgras-Motteneulchen, Hummelschwärmer, Kleines Fünffleck-Widderchen, Moschusbock, Distelbock, Heidekraut-Marienkäfer und Große Goldschrecke.

Auch abzüglich der bei wiederholten Arterfassungen aufgetretenen Mehrfachnennungen ist allein die Zahl unterschiedlicher Insektengruppen und Arten enorm hoch! Dabei ist es eine verhältnismäßig geringe Pflanzenartenanzahl, welche die Lebensgrundlage für die breit gefächerte Insektenwelt.

Interessanterweise erhalten wir die faszinierende Insektenvielfalt jedoch nicht, indem wir „mehr dafür tun“, sondern im Gegenteil: Ungenutzt überwinternde Bereiche privater und öffentlicher Grünflächen sowie lineares Begleitgrün entlang von Rad- und Wanderwegen könnten mit jährlich wechselnder Nutzung in jedem Ort das langfristige Überleben von Insekten wirksam unterstützen.

Wie weit wir im Denken und Handeln davon entfernt sind, zeigten die diesjährigen Pflegearbeiten entlang der Kreis- und Staatsstraßen im Erzgebirge. Entlang von –zig Straßenkilometern wurden in der 2. Septemberhälfte > 4m breite Streifen, die z. T. bis in landwirtchaftliche Nutzflächen hineinreichten, gemulcht.

Fotos: Jan Gläser

Bergwiesen Familien Fest in Grumbach

Bergwiesen-Familien-Fest
Am 25. Juni 2017 in Grumbach

Alle sind herzlich eingeladen zu einem erlebnisreichen Tag auf der Bergwiese!

Das Programm:

BEGINN: 10.00 Uhr

ab 13.00 Uhr:
. Kendy Kretzschmar,Erzgebirgische Mundartlieder
. Sense dengeln Eigene Sensen können mitgebracht werden

ab 14.00 Uhr:
. Gauklertheater mit Narrateau

13 | 15 Uhr:
. „Was fliegt denn da?“, Entomologische Wanderung

14 | 16 Uhr:
. Geführte Kräuterwanderung

ab 16.30 Uhr:
. Erzgebirgsmusik mit Jörg Heinicke

Den ganzen Tag:

Naturmarkt mit Spezialitäten, Pilzberatung, Strohhüpfburg, Tierschau, Vorführung Klöppeln und Spinnen, Besen binden, Bienenschaubeute, Honigschleudern mit Verkostung.

Eintritt frei

Haselmaus

Hecken für die Haselmaus – Wildtier des Jahres 2017

Im Zeitraum 2003 - 2016 haben wir im Umfeld des Flächennaturdenkmals „Feuchtwiesen am Kalkberg“ in Crottendorf schrittweise ein Biotopverbundvorhaben aus insgesamt elf Strauchhecken errichtet. Um drei weitere Hecken mit einer Gesamtlänge von 800m haben wir dieses Biotopverbundsystem im Zeitraum April – Juni 2017 erweitert.

Neben dem allgemeinen Mehrwert für die Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft trägt das Vorhaben insbesondere drei besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten Rechnung:

Als neue lineare Gehölzlebensräume ergänzen die Hecken den Lebensraumverbund und damit auch die bestehenden Wanderkorridore für die Haselmaus Muscardinus avellanarius. Ebenso unterstützen diese die in Crottendorf nachgewiesene Nordfledermaus Eptesicus nilssonii, welche ihre Nahrung nachts und strukturgebunden sucht und dabei oft linear im Offenland verlaufende Leitstrukturen als Jagdbiotop nutzt.

Der seit 2015 vorangetriebenen Wiederansiedelung des Kreuzdorns Rhamnus cathartica und weiterer gebietseigener Gehölzarten aus zertifizierten Herkünften im Erzgebirge wurden drei weitere Standorte hinzugefügt. Bei der Ausführung war das nahe gelegene Vorkommen des Wachtelkönigs durch eine wesentlich kleinteiligere Gliederung der Heckenabschnitte mittels mehrerer Durchlässe besonders zu berücksichtigen.


Haselmäuse

Erweiterung bestehender Migrationskorridore für die Haselmaus Muscardinus avellanarius

Als eine der 134 Arten des Anhangs IV der Fauna – Flora – Habitat –Richtlinie der EU ist die Haselmaus nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Laut Rote Liste Sachsens für Wirbeltiere ist deren Erhaltungszustand in Sachsen sowie in Deutschland unzureichend. Für Sachsen weist die Rote Liste außerdem Verschlechterungstendenzen aus. Die Gründe dafür sind fehlende Lebensräume in strukurarmen Forsten, das auf die Baumschicht verengte Profil in Hecken und Feldgehölzen und fehlende Ausbreitungskorridore in den Agrarlandschaften.

Das zu den Schläfern bzw. Bilchen zählende Nagetier ist streng an Gehölze gebunden. Dies können entweder Laubwälder mit gut entwickeltem Unterholz, aber auch Hecken sein. Entscheidend ist in jedem Fall eine artenreiche Strauchschicht mit einer Vielfalt an Blüten, Früchten und Nüssen sowie Insekten(-larven).

Das nur daumengroße, ockerfarbene Tierchen unterscheidet sich deutlich von echten Mäusen durch den körperlangen, behaarten Schwanz. Einen Großteil des Jahres verbringt die Haselmaus im Winterschlaf. Dafür legt sie sich im Herbst Fettreserven an. Sie ist nachtaktiv, klettert während ihrer Nahrungssuche geschickt durch das Strauchwerk und verschläft wiederum den ganzen Tag in selbst gebauten Nestern, entweder in Baumhöhlen oder in dichtem Pflanzenbewuchs.

Eine wesentliche Voraussetzungen für stabile Haselmausvorkommen sind strukturreiche und gut vernetzte Lebensräume. Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel die Förderung von lichten Strauchhabitaten und Krautsäumen durch Neuanlage weichfruchttragender Strauchhecken. Mehrfache Haselmausnachweise im Vorhabensgebiet liegen uns in Form mündlicher Auskünfte des ehrenamtlichen Naturschutzhelfers Hr. J. Georgi aus Crottendorf vor, welcher mehrere Funde in unterschiedlichen Nistkästen dokumentiert hat.

Um die Besiedelungschancen zu verbessern, haben wir in unseren neu angelegten Hecken spezielle Haselmausnisthilfen montiert.

Fotos: NABU, Dieter Bark

Vorstandsbericht LPV ME 2016

Vorstandsbericht LPV ME 2016

Mit der Jahresmitgliederversammlung am 24.03.2017 im Gasthof Wiesner´s Teichwirtschaft in Scheibenberg konnten wir unseren Mitgliedern und Gästen unser erfolgreiches, 24. Arbeitsjahr umfassend vorstellen.

Nach Annahme des Arbeits- und Rechnungsprüfungsberichtes wurde dieses Geschäftsjahr mit der einstimmigen Entlastung des Vorstandes durch die Mitglieder abgeschlossen.

Unseren Arbeitsbericht für das Jahr 2016 finden Sie unter:

Download, Vorstandsberichte, Vorstandsbericht 2016 im pdf-Format an oder hier.

Wir freuen uns sehr, dass wir für unsere Veranstaltung Hr. Dr. Nuss (Senckenbergmuseum für Tierkunde Dresden), für einen Fachvortrag über unsere heimische Tagfalterfauna und über relativ einfache Möglichkeiten,deren Lebensgrundlagen im Siedlungsbereich zu erhalten, gewinnen konnten.

Herrn Bürgermeister Staib danken wir für sein Grußwort und Familie Wiesner für deren freundliche Bewirtung!

Besonders danken wir dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Zwickau und der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt für die gute Zusammenarbeit und und Förderung unserer Landschaftspflegevorhaben im Jahr 2016.

Nisthöhle in Crottendorf

Nisthöhlen für Brutvögel unserer Heckenlandschaft

Hecken und Feldgehölze erfüllen für Lebensgemeinschaften unserer Agrarlandschaft eine Vielzahl von Lebensraumfunktionen. Zu einer naturschutzgerechten Entwicklung unserer erzgebirgischen Feldheckenlandschaft tragen wir in erster Linie durch Förderung von Gebüschen auf Steinrücken und in Hecken bei, z. B. durch Gehölzverjüngung.


Feldsperling

Zusätzlich bauen wir Schritt für Schritt die Vernetzung von Gehölzbiotopen in unserer Landschaft mittels Neupflanzungen aus. Damit unterstützen wir direkt die Besiedelungs- und Ausbreitungsprozesse wandernder Tierarten, welche linearen Strukturen folgen oder diese als Trittsteine nutzen. Der genetische Austausch bei der Fortpflanzung wird so gefördert. Mit jahreszeitlich versetzten Blühphasen und Fruchtansätzen bieten unsere einheimischen Gehölze abwechslungsreiche Nahrungsquellen. Sie dienen unserem Niederwild wie Feldhase und Mauswiesel, Kleinsäugern wie Fledermausarten, Mäusen oder auch der Haselmaus als Lebensraum und Rückzugsort.


Gartenrotschwanz

Für Brutvögel des Offen- und Halboffenlandes sind Hecken elementare Vermehrungsräume und damit unabdingbar für deren Überleben. Mit einem flächendeckenden Angebot an Bruthöhlen unterstützen wir diese Vogelarten. Stehen Bruthöhlen in Altbeständen in Form von Alt- und Totholz starker Bäume zur Verfügung, fehlen diese in neu angelegten Strauchhecken gänzlich und werden in Form von Nistkästen ergänzt. Bekannte einheimische Vogelarten wie Kohl- und Blaumeise, Star, Feld- und Haussperling oder Gartenrotschwanz nutzen diese Höhlen für ihre Brut. Auch Bilche wie die Haselmaus oder staatenbildende Insekten, nehmen die Nistkästen gern an.


Hecke mit neuen Nisthöhlen

Im Jahr 2016 haben wir in 16 Hecken insgesamt 350 neue Nisthöhlen montiert. Nach ersten stichprobenartigen Beobachtungen wurden > 50% davon angenommen und für die Brut und Aufzucht genutzt. Drei Nistkästen in Crottendorf wurden von der Haselmaus besiedelt. Im Jahr 2017 planen wir, weitere 450 Nisthöhlen in 20 ehemaligen Neupflanzungen auszubringen.

Fotos: Archiv LPV ME/Gartenrotschwanz – Foto Nabu Rheinhesse-Nahe/Sperlinge – Foto Niehoff/imago

Bekassine

Erhalt von Feuchtgrünland mit Schutzmaßnahmen für die Bekassine und weitere Wiesenbrüterarten durch naturschutzgerechte Entbuschungen

Im Zeitraum von Dezember 2016 – Februar 2018 gewährleisten wir die Erhaltung stark gefährdeter Grünlandbiotoptypen im mittleren Erzgebirge und die Sicherung von Brutplätzen der in Sachsen vom Aussterben bedrohten Bekassine gleichzeitig.
In fünf unterschiedlichen Gebieten der Gemarkungen Grumbach, Mildenau und Sehma werden durch die gezielte Entnahme von Ohrweiden-gebüschen, Hängebirken, Erlen, Ahorn- und Eschenbeständen sowie standortfremder Stechfichten ökologisch wertvollste Flächen vor Verbuschung geschützt.

Der zunehmende Deckungsgrad an Ohrweidengebüschen und fortgeschrittener Sukzessionsstadien bedeutet eine Verschlechterung der Lebens-raumstrukturen für Wiesenbrüter, insbesondere für die in Sachsen vom Aussterben bedrohten Wiesenbrüter Bekassine und Kiebitz.


geflecktes Knabenkraut

Auf diesen Wiesen bewahren wir seit mehr als 15 Jahren schützenswertes Feuchtgrünland (Niedermoore, seggen- und binsenreicher Nasswiesen und Quellbereiche) sowie Bergwiesen durch eine einschürige naturschutzgerechte Mahd mit Beräumung des Mähgutes. Zur nachhaltigen Sicherung der seltenen Feuchtwiesenvegetation ist eine Entfernung aufkommenden Gehölzaufwuchses von ehemaligem Offenland notwendig, um diese Artenvielfalt zu erhalten und zugleich vielseitige Lebensraumstrukturen zu entwickeln. Dabei kommt es auf die räumliche Ausgewogenheit zwischen schutzwürdigen Grünlandbiotopen und Ohrweidengebüschen an, um den Ansprüchen möglichst vieler schützenswerter Arten und dem Schutzzweck insgesamt gerecht zu werden.


artenreiches Feuchtgrünland mit Kuckuckslichtnelke und Wollgras

Eine Entfernung des Gehölzaufwuchses sichert die Standorte besonders gefährdeten Arten wie z. Bsp. Fieberklee, Bachgreiskraut und Orchideen. Im Flächennaturdenkmal „Feuchtgebiet Neugrumbach“ ist zu beachten, dass dort ein Vorkommen der seltenen Falterart Ohrweidenspanner Hydriomena ruberata nachgewiesen worden ist. Diese lt. Rote Liste Deutschland als gefährdet (Kat. 3) eingestufte Falterart kommt im sächsischen Mittelerzgebirge in kühlfeuchten, moorigen und mit Ohrweiden bestandenen Feuchtgebieten vor. Eine Gefährdung der Falterpopulation kommt durch die geplante Maßnahme nicht in Betracht, weil lediglich Teilflächen von Ohrweidengebüschen entbuscht werden sollen.


Feuchtgebiet Neugrumbach 1955, verbuschtes Feuchtgebiet Neugrumbach 2014

Feuchtgebiet Neugrumbach 1955, verbuschtes Feuchtgebiet Neugrumbach 2014.

Der Luftbildvergleich zeigt das Ergebnis einer über 70 Jahre fortgeschrittenen Sukzession. Feuchtgrünland wurde von Weidengebüsch besiedelt und verdrängt. Die weitere Ausbreitung der Ohrweiden muss unterbunden werden, um artenreiches Feuchtgrünland und Lebensräume für Bekassine und Kiebitz zu erhalten.

Blühbeginn von Lonicera nigra am Pöhlberg im Mai 2016

Erzeugung und Verwendung von gebietseigenen Gehölzen macht weitere Fortschritte

Der LPV „Mittleres Erzgebirge“ e.V. kooperiert seit diesem Jahr mit der Samenklenge Lauffen der Bayerischen Staatsforsten und der Erzeugergemeinschaft für autochthone Baumschulerzeugnisse in Bayern, EAB.

Die Untergliederung Deutschlands in sechs Vorkommensgebiete gebietseigener Gehölze richtet sich nicht nach Ländergrenzen. So erstreckt sich z.B. das „Südostdeutsche Hügel- und Bergland“ über Teile Sachsens, Thüringens und Bayerns. An die EAB, die besonders hochwertiges Baumschulmaterial für Pflanzmaßnahmen in der freien Natur erzeugt, übergab der LPV ME Vermehrungsgut von Faulbaum, Rotem Holunder, Schwarzer Heckenkirsche und der Aggregate Hundsrose und Weißdorn aus dem mittleren Erzgebirge.

Für letztgenannte Art, die attraktive, aber seltene Lonicera nigra, wurden aus insgesamt neun autochthonen Wildbeständen schonend Samen entnommen. Wertvolle Hinweise zu Vorkommen dieser Art lieferte der Kreisnaturschutzbeauftragte W. Dietrich.

Da die Schwarze Heckenkirsche als gebietseigene Baumschulware in Sachsen bislang überhaupt nicht lieferbar war, ist es das Ziel, nun mit bayerischer Unterstützung Jungpflanzen für eine mittelfristige Verwendung in Sachsen heranzuziehen.

Hoffen wir, dass diese Gehölzart durch Neupflanzungen und darauffolgender natürlicher Verbreitung im Offenland bald wieder häufiger anzutreffen ist, und dort die biologische Vielfalt unserer Kulturlandschaften bereichert.


Lonicera nigra autochthonen Wildbeständen

Dies ergänzt die längerfristige Strategie des DVL-Projektes „DiverGen“, mit dessen Hilfe aus gebietseigenem Gehölz-Saatgut Sträucher für Vermehrungsplantagen und –hecken in Sachsen entstehen. Zudem ist es Ziel des DVL, die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren verschiedener Bundesländer zu vertiefen, die sich Vorkommensgebiete mit Sachsen teilen, um durch vergleichbare Standards den Vollzug des §40(4) BNatSchG ab 2020 für die sächsischen UNB zu unterstützen.

Nach der erfolgreichen Wiederansiedelung des verschollenen Kreuzdorns im Mittelerzgebirge aus gebietseigenen Herkünften des mittelvogtländischen Kuppenlandes seit 2015 wäre die Populationsstützung von Lonicera nigra ein weiterer kleiner, aber schöner Erfolg gemeinsamer Bemühungen für die genetische Vielfalt unserer einheimischen Gehölzflora.


Text: Thomas Prantl, LPVME & René Schubert, DVL-Projekt „DiverGen“.
Foto: Schubert, Blühbeginn von Lonicera nigra am Pöhlberg im Mai 2016.

Biotopgestaltungsmaßnahme

Biotopgestaltungsmaßnahme

Biotopgestaltungs- und Artenschutzvorhaben sowie Anschaffung von Technik und Ausstattung mit dem Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Klimaschutz.

Im Rahmen des
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014-2020 (EPLR).
Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Tagfalterprojekt

Landschaftspflegeverband „Mittleres Erzgebirge“ e. V. organisiert Tagfalterprojekt im Naturkindergarten „Eichhörnchen“ Geyersdorf

Puppenstuben gesucht - Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge: Unter dieser Überschrift realisiert die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) mit dem Naturschutzbund Sachsen e. V., dem Senckenberg Museum für Tierkunde, Görlitz sowie den Landschaftspflegeverbänden ein spannendes Naturprojekt.
Die Mitmachaktion soll Grundstückseigentümer und Vermieter anregen, Grünflächen als Lebensräume für Tagfalter zu gestalten. Der Grund dafür: Schmetterlingspopulationen sind in Deutschland und in Sachsen stark zurückgegangen. Vielerorts sind bevorzugte Lebensr äume der Tagfalter - Wiesen mit hohem Gras und vielen Blumen - in kurzgeschnittene Rasenflächen verwandelt worden.


Tagfalterprojekt im Naturkindergarten

Mit dem aktuellen Vorhaben sollen in Sachsens Städten und Dörfern wieder mehr Lebensräume für Schmetterlinge geschaffen werden.
Am 22. Juni 2016 übten Kinder und Erzieher des Geyersdorfer Naturkindergartens "Eichhörnchen" im Pöhlatal eine Variante der schmetterlingsgerechten Bewirtschaftung einer Wiese. Durch Streifenmahd werden unterschiedliche Aufwuchsstadien erhalten und somit ein kleinräumiges Mosaik geschaffen, welches den unterschiedlichen Ansprüchen der Schmetterlinge während deren Lebenszyklus gerecht wird sowie Lebensräume für Schmetterlinge sichert.


Tagfalterprojekt im Naturkindergarten

Neben dieser Aktion organisieren die Stadt Annaberg-Buchholz und der Landschaftspflegeverband "Mittleres Erzgebirge" e. V. auf den Wiesen im Stadtgebiet weitere solcher Maßnahmen.
Durch versetzte Streifenmahd oder durch so genannte Rotationsbrachen werden auf kleinem Raum unterschiedliche Entwicklungsstadien der natürlichen Flora erreicht. Dieses Mosaik unterschiedlicher, im längerfristigen Rhythmus gemähter Kleinflächen bietet Plätze zur Eiablage, Futter für Raupen, Verstecke für die Puppen sowie Nektarquellen für saugende Falter. Auch Bürger, Vereine, Institutionen und Firmen können durch extensive Bewirtschaftung ihrer Flächen dazu beitragen, mehr Lebensräume für Schmetterlingspopulationen zu schaffen.

10. Bergwiesen – Familienfest in Grumbach

Landschaftspflegeverband „Mittleres Erzgebirge“ e. V. organisiert 10. Bergwiesen – Familienfest in Grumbach

Wo die Natur zu Hause ist – Brücke zwischen gestern und heute

Die Natur mit allen Sinnen zu erleben ist ein spannendes Abenteuer! Bunte Blumen, duftende Kräuter, plätschernde Bächlein, sanftes Rauschen Bergwiesen sind lebende Zeitzeugen unserer erzgebirgischen Kulturlandschaft und Orte reichhaltiger natürlicher Vielfalt. Das Angebot des LPV „Mittleres Erzgebirge“ e. V. erreicht das Interesse vieler Menschen: etwa 1.700 Besucher strömten zum 10. Bergwiesen-Familienfest nach Grumbach.


10. Bergwiesen Heuernte

Der beliebte und erlebnisreiche Tag für Insektenwanderungen und Kräuterführungen, Tierschau und Strohhüpfburg, dem Gauklertheater mit Narrateau, historischer Heuernte, altbewährter und auch neuer Aktionen wie der historischen Modenschau, der Waldklang – Gestaltungsangebote, Erzgebirgischer Mundartlieder, Vorführungen im Klöppeln, Sense dengeln, Besen binden, Bienenschaubeute und Honigschleudern wird immer stärker und auch überregional wahrgenommen.


10. Bergwiesen Sense dengeln, Besen binden

Regionale Vielfalt und Spezialitäten aus der heimischen Landwirtschaft von Ziege, Kuh und Pferd gab es auf unserem Naturmarkt. Dudelsackklänge aus dem schottischen Hochland rundeten das Fest um 17 Uhr ab. Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Besuchern, die uns gezeigt haben, wie Landschaftspflege und naturnahe, lebenswerte ländliche Räume geschätzt werden. Ein ebenso großer Dank allen freiwilligen Helfern und Sponsoren.

Publikation Bauernzeitung Kreuzdorn

Projekt sichert gebietsheimische Gehölzart Kreuzdorn zurück am Pöhlberg

20. WOCHE 2016/ BAUERNZEITUNG, Sachsen

Es war so etwas wie eine kleine Sensation, als vor einigen Jahren im Vogtland ein Exemplar des Kreuzdorns (Rhamnus carthartica) entdeckt wurde – lange Zeit vor allem in den Hecken der Kulturlandschaft in sächsischen Mittelgebirgen eine typische Art, gilt der sparrig verzweigt wachsende Strauch inzwischen als verschollen. „Bis vor wenigen Jahren war mir der Kreuzdorn kaum bekannt“, räumt Thomas Prantl, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Mittleres Erzgebirge, ein.

Mittlerweile hat sich Prantls Wissen über den Kreuzdorn erheblich erweitert: In diesem Jahr werden durch den LPV 800 Kreuzdornsetzlinge in der Steinrücken- und Feldheckenlandschaft an den Hängen des Pöhlbergs östlich von Annaberg-Buchholz gepflanzt. Hier war der Kreuzdorn einst nachweislich vertreten. Vermutlich wegen Lichtmangels in den überwachsenden Hecken ist die Art eingegangen, vermutet der LPV-Geschäftsführer. Wurden die Hecken jahrhundertelang vom Menschen genutzt und gepflegt, wird dies erst seit einigen Jahren wieder durch den LPV und seinen Mitgliedern aus dem Naturschutz, der Landwirtschaft und den Kommunen getan, um ein Stück unverwechselbarer Kulturlandschaft zu erhalten. Im Rahmen von 84 Vorhaben habe man in den Jahren 2007 bis 2015 insgesamt 41 Kilometer Hecken verjüngt, wobei mit Hunderten Eigentümern Übereinkünfte getroffen werden mussten, berichtet Prantl.

Im Rahmen eines Artenschutzvorhabens ist es dem LPV in diesem Jahr möglich, vier Strauchhecken und sieben Parzellen mit insgesamt 2 500 verschiedenen gebietsheimischen Straucharten anzulegen, darunter besagte 800 Kreuzdornsträucher. Letztere gehen auf den Fund im Vogtland zurück. Dort wurden 1,7 Kilogramm Saatgut gewonnen, aus denen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Baumschulen die Setzlinge erzeugt wurden. Dies war nicht nur ein wichtiger Schritt zur Wiederansiedlung des Kreuzdorns am Pöhlberg, sondern auch für die Bereitstellung gebietsheimischer Gehölze. Die Verwendung gebietsheimischer Gehölze ist spätestens ab 2020 verpflichtend, wenn Pflanzen in der freien Natur ausgebracht werden sollen. Der Landesverband Sachsen des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) begleitet und unterstützt seit Jahren den Aufbau von Strukturen zur Erzeugung und Vermehrung gebietsheimischen Saatguts und gebietsheimischer Gehölze – und weiß um die Schwierigkeiten. Denn um beispielsweise Kreuzdornsetzlinge zu vermehren, bedarf es einiger Jahre Vorlauf. Hierzu müssen Baumschulen in Vorleistung gehen, ohne dass die Abnahme der Pflanzen beispielsweise durch Kommunen oder andere Institutionen gesichert ist.

Im Fall des Artenschutzvorhabens des LPV war dies kein Problem – dank einer Förderung durch die Landesstiftung Natur und Umwelt und eine vom Europarc e. V. vermittelten Zuwendung des Konzerns Archer Daniel Midlands. Doch René Schubert vom DVLProjekt „DiverGen“ Sachsen warnt: Um 2020 allerdings tatsächlich dem geänderten Gesetz gerecht werden zu können, müssten vor allem Planer und kommunale Bauherren bereits heute damit beginnen, gebietsheimische Gehölze einzusetzen, dabei an die Langfristigkeit der Produktionszeiträume denken. Vorallem aber: Die Erzeuger nicht mit dem Risiko allein dastehen lassen.

KB: “Projekt sichert gebietsheimische Gehölzart Kreuzdorn zurück am Pöhlberg”, BauernZeitung, 20 Woche 2016, S 77.

Publizitätsmitteilung Agrarunwelt

Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen

Dieser landwirtschaflische Betrieb hat Zahlungen für Agrarunwelt- und Klimamaßnahmen mit dem Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Klimaschutz erhalten.

Im Rahmen des
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014-2020 (EPLR).
Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Publizitätsmitteilung Qualifizierung Naturschutz für Landnutzer

Qualifizierung Naturschutz für Landnutzer

mit dem Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Klimaschutz.

Im Rahmen des
Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014-2020 (EPLR).
Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Einsatz engagierter Jugendlicher

Gemeinsam für naturnahe Lebensräume und für Artenvielfalt im Erzgebirge

Erfolgreiche gemeinsame Bemühungen des DVL – Landesverbandes Sachsen e. V., des Landschaftspflegeverbandes „Mittleres Erzgebirge“ e. V. (LPV ME), des Naturpark Erzgebirge/Vogtland, des Europarc Deutschland e. V. sowie engagierter Flächeneigentümer und –bewirtschafter lassen Lebensräume in der Umgebung des Kalkberges in Crottendorf, im Pöhlberggebiet bei Geyersdorf und in Mildenau entstehen:
Vier neu gepflanzte Feldhecken mit einer Gesamtlänge von 800 m und ca. 2.000 einheimischen Strauch- und Baumarten geben der Erzgebirgslandschaft ein Gesicht und schützenswerten Tierarten eine neue Heimat. Für Bienen und Brutvögel, für Feldhase, Wiesel und Haselmaus bietet der Biotopverbund aus bestehenden und neuen Hecken Lebensräume, Wanderkorridore und Rückzugsorte zugleich.

Umweltbildungstag mit Pflanzaktion Besonders erfreulich ist, dass zertifiziertes gebietseigenes Pflanzgut (Qualitätsprogramm „VWW – Regiogehölze“) von Eberesche, Faulbaum, Schlehe und Kreuzdorn eingesetzt werden konnte, welches aus gebietseigenem Saatgut aus der Region herangezogen wurde. Selbiges wurde durch den LPV ME im Erzgebirge bzw. im Vogtland in anerkannten Vorkommen geerntet.

Die Pflanzungen sind ebenso Teil eines Artenschutzvorhabens des LPV ME: Mit dem Einsatz des Kreuzdorn Rhamnus cathartica ist dessen Wiederansiedelung im Erzgebirge gelungen, nachdem die letzten dokumentierten Nachweise im Pöhlberggebiet aus den 90er Jahren erloschen waren. Motiviert und tatkräftig haben junge Generationen unsere Pflanzaktionen unterstützt: Mit dem Einsatz engagierter Jugendlicher des Freiwilligen ökologischen Jahres vom IAJ Marienberg und der Kinder der Klassenstufen 3 der Grundschule Crottendorf, welche gemeinsam mit ihren Lehrern einen Umweltbildungstag mit Pflanzaktion mit Freude und Interesse mitgestaltet haben, kamen die Wildsträucher an Ihren Bestimmungsort.

Pflanzaktion mit Freude und Interesse Finanziert wurden die Naturschutzprojekte durch die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, die Firma Archer Daniels Midland Company (ADM) und durch den LPV ME.
Herzlichen Dank an alle Helfer, Unterstützer und Begleiter! Weitere Pflanzprojekte für das Jahr 2017 sind in Planung. Bei Interesse beraten wir Sie gern.
Kreuzdorn Pflanzung

Sachsen-Beitrag zum DVL-Mitglieder-Rundbrief Mai 2015

Regionale Kreisläufe für gebietseigene Gehölze kommen in Schwung!

Lebensräume und Biotopverbünde wie Hecken und Feldgehölze völlig neu zu schaffen, z.B. auf Ackerland, zählt zu den freudvollen Aufgaben der Landschaftspfleger. Hat man dabei doch das Gefühl, der Landschaft etwas zurückzugeben. Wenn es dann noch gelingt, etwas verloren Gegangenes wieder anzusiedeln, ist das schon eine kleine Sensation.

Im April 2015 pflanzten die Mitarbeiter des LPV „Mittleres Erzgebirge“ e.V. die ersten 120 Individuen des im Mittleren Erzgebirge in den 1990er Jahren verschollenen Purgier-Kreuzdornes (Rhamnus cathartica) in zwei neu angelegte Heckenbestände bei Crottendorf und bei Elterlein. Weitere Pflanzungen sind ab Herbst in der beeindruckenden Waldhufenlandschaft am Pöhlberg bei Annaberg-Buchholz geplant.

Die früher als Färbemittel („Saftgrün“) für Textilien und Malerei verwendete Pflanze mit den abführend (purgierend) wirkenden Steinfrüchten ist in ganz Sachsen im Rückgang.

Kreuzdorn Etikett Bei den jungen Sträuchern handelt es sich um zertifiziertes gebietseigenes Pflanzgut (Qualitätsprogramm „VWW-Regiogehölze“), das aus Saatgut herangezogen wurde, welches der LPV „Mittleres Erzgebirge“ e. V. im Rahmen des DVL-Projektes „Produktion und Einsatz gebietseigener Gehölze“ in anerkannten autochthonen Natur-Vorkommen des Vogtlandes 2012 gewann.
Die Verschulung erfolgte in einer regionalen Baumschule im Osterzgebirge unter vergleichbaren klimatischen und edaphischen Bedingungen wie am Pflanzstandort. Herkunft, Produktion und Verwendung bleiben somit prüf- und nachvollziehbar im Vorkommensgebiet „Südostdeutsches Hügel- und Bergland“.

Dieser Erfolg ist ein schönes Beispiel für den Produktions-Grundsatz „aus der Region – in der Region – für die Region“ und für die Verknüpfung von Landschaftspflege und Artenschutz!

Kontakt:

LPV Mittleres Erzgebirge, Thomas Prantl, Tel. 03733/ 59677 – 0
DVL-Projektbüro DiverGen, René Schubert, Tel. 03501/ 4676 523
Flyer Bergwiesenfest

28.06.2015 Bergwiesen-Familien-Fest in Grumbach

Alle sind herzlich eingeladen zu einem erlebnisreichen Tag auf der Bergwiese!
Das Programm:

- speziell für Kinder:
Tierschau und Strohhüpfburg, Gauklerei mit Jarimo, Basteln mit Naturmaterial

- für alle:
Leckereien aus der Speisekammer Wiese, kleiner Naturmarkt, traditionelles Handwerk, Kräutergarten und Naturlehrpfad, Mundartmusik mit Kendy Kretzschmar, geführte Kräuterwanderung auf der Bergwiese, Drebacher Sensendengler, Besenbinderei, Erzgebirgsmusik mit Jörg Heinecke

- den ganzen Tag:
entspannen und genießen in schönster Natur!

Eintritt frei.